Einer der vielen Vorteile einer Zweitligaverein-Anhängerschaft ist der frühe Start in die Saison. Na ja, okay, so richtig Saison ist noch nicht, aber immerhin das letzte Testspiel des 1. FC Union gegen Sevilla, bei brutalen Temperaturen und einer halb gefüllten Försterei.

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Da die Wuhleseite anscheinend gar nicht verkauft worden war und auch der Gästebereich leer blieb, ergab sich doch ein Gefühl angenehmer Nähe und laut genug wurde es auch. Das Spiel? Na ja. Ich befand mich noch ein wenig in Schockstarre ob der Nachricht, dass Torsten Mattuschka die Kapitänsbinde verloren hat – die lag jetzt um den Arm des sehr viel braveren Damir Kreilach, den das vielleicht hoffentlich wenigstens motiviert, seine Deutschkenntnisse upzudaten. Tusche jedenfalls übernahm es, den unterirdischen Schiri lautstark zusammenzufalten, als der fast 5 Minuten lang den kurz mal an der Seitenlinie behandelten Trimmel nicht zurück ins Spiel ließ. Wer weiß, vielleicht hatte dem jungen Mann noch keiner gesagt, dass man dafür nicht auf eine Spielunterbrechung warten muss?

Das Spiel also. Die erste Halbzeit vergessbar, erst nach der Pause kam ein wenig Tempo auf. Die Spanier hatten wohl den besseren Pausentee und Union zog mit. Dennoch insgesamt eher langsam; die Sevillaner sind immerhin noch Monate von ihrer Saison entfernt und entsprechend schwerfällig. Allerdings ballsicher und wenn sich eine Chance Richtung Unionen Tor ergab dann doch überraschend schnell. Union muss sich definitiv noch finden und auch spritziger werden, denn die Saison startet schon kommenden Sonntag gegen Karlsruhe. Die 3/5er Abwerkette funktionierte in der Verteidigung gut, aber das Umschalten nach vorne – oha. Das scheint ja doch schwieriger zu sein.

Tusche als hängende Spitze war extrem bemüht und hatte ein paar schöne Freistöße, aber er ist doch leider sichtbar schwerfälliger als der Rest der Mannschaft. Das wird schwer für ihn, wenn Brandy von seiner Verletzung zurückkommt. Skrzybski als einziger Stürmer rannte hin und her und bekam kaum einmal einen Ball. Für das erste Tor sorgte dann ein Mann, dessen Nachname den wenigsten Fans schon bekannt genug war, um ihn bei der Mannschaftsaufstellung  zu vervollständigen. So klang es eher nach „Bajram – murmelmurmelahemmurmel – Fußballgott“! Ein bisschen peinlich war das schon, aber es dürfte sich bald ändern, denn der Mann ist schnell, groß, und entschlossen. Und heißt Nebihi.

Für den Rest gilt, bemüht, aber noch viel zu brav. Raum für Verbesserungen gibt es reichlich. Endergebnis 2:1.

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wahnsinn
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wahnsinn

LIebe Schrottsocke,

klasse, dass der Fußball bei dir so nahtlos weiter geht! Mir fehlt er jetzt schon oder noch, je nachdem, wie mans sieht. Ich bin gespannt, wies hier in Frankfurt weiter geht!

Lg, Waia