Happy?

Testspiel Chile : Deutschland. Weiß jemand, warum am Ende des Spiels im Stadion „Happy“ gespielt wird? Das ist ja Ironie pur, so als Hintergrundklangteppich für die Spielerinterviews. Chile ist bestimmt nicht happy mit dem Ergebnis und die Deutschen sind es nicht nicht mit dem Spiel. Hoffen wir mal auf ein Happyend in Brasilien!

Es is´ einfach gut, das Ernährungsbuch von Nationalteam-Koch Holger Stromberg!

Wahnsinn

Aus einre Gastronomenfamilie stammt Holger Stromberg ab und es war sicher nicht seine Idee, dass unsere Jungs für einen süßen, energiereichen Schokoladenaufstrich geworben haben. Nein, seine Küche geht ganz andere Wege, denn sein Kredo ist: frische Zutaten, einfache Rezepte und saisonale Produkte verwenden. Denn selbst Bio sei nachgewiesener Maßen nicht gesünder oder hochwertiger als Produkte, die von der regionalen Landwirtschaft hergestellt würden. Bevor er also in die Rezepte einsteigt, gibt’s erstmal gut 50 Seiten zu gesunder Ernährung, zu Gewürzen, zur Küchenausstattung, also so ganz praktisch Richtung „Man nehme einen sauberen Topf“ Nicht schlecht, wenn ein Meisterkoch ganz pragmatische Tipps gibt, was man braucht und warum und was eben nicht. Die Rezepte sind gut überschaubar und leicht nach zu vollziehen. Zu jedem Rezept gibt’s ein Bild. Zugegeben, Rezepte wie zum Beispiel Spiegelei mit Curry und Wurzelgemüse sind natürlich nicht das, was jeder so gleich als Kreativküche vermuten würde. Aber als Profikoch ist das Tellergericht preisverdächtig schön angerichtet auf dem Foto. Und es sind unterm Strich diese ganz einfachen Zutaten, die bestechen! Wurzelgemüse, Ei, Currypulver und schwarzer Pfeffer. Kaum zu glauben, dass so coole Jungs wie unsere Nationalspieler richtig ins Schwärmen kommen, wenn sie über Holger Strombergs Küche sprechen. Diese Zitate, ebenso wie Anmerkungen des Kochs, die immer wieder den Fokus des einen oder anderen Rezepts auf die Philosphie und Ernährungsinformationen dahinter richten, machen das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre. Auch ohne, dass man gleich in die Küche rennen muss zum Nachkochen. Für Fußballfans sei noch gesagt, dass Cotrainer Hansi Flick das Vorwort geschrieben hat und auch der große Meister der Kicker selbst, Nationaltrainer Jogi Löw, zu Wort kommt. Wer, wenn nicht er, wüsste um die wichtige Funktion eines guten „Treibstoffs“ für seine Kicker. So steht sein Kommentar auch unter der Überschrift: „Ein Formel-1-Wagen fährt nicht mit Diesel…“ Eine ganze Seite ist dem Kommentar des Nationalcoaches gewidmet.

Schön an diesem Kochbuch ist, dass die Wertigkeit von den Rezepten und der dahinter steckenden Idee bunt gewürfelt daher kommt. Da gibt´s zum Beispiel seitenweise Infos über Kräuter, garniert mit Rezepten wie Gegrillte Radicicchio Trevisano oder Pastinakensuppe. Hier hat ein Meister ganz bodenständige Wurzeln mit viel Kreativität kombiniert. Ein richtig schönes Kochbuch mit dem gewissen Etwas. Wenn demnächst wieder ein Tor für Deutschland fällt, wissen wir alle, wer mit dafür verantwortlich ist.

Holger Strombergs Buch „Iss einfach gut“ ist im systemed Verlag erschienen und kostet 18,99 €

Falscher Neuner

Jetzt ist’s perfekt. Beim Spiel der Nationalelf gegen Kasachstan hat sich Gomez schnell noch selbst? (Grübel) aus der Aufstellung gekickt, also verletzt. Verletzt ist auch Klose und den Kießling will der Jogi ja nicht. So schlägt nun die Stunde der falschen Neuner, die ein Mario Götze lieber spielender Neuner geheißen haben will. Vielleicht weil er selber so einer ist. Ein Neuner. Nicht zu groß. Noch sehr jung. Um 19 Uhr gehts los mit  Jogis Experiment Tore-schießen-ohne-echten-Stürmer.

Pressekonferenz mit Jogi Löw

Jogi, wie war dein Telefonat mit Ballack?

Die Leererlounge-Frage stellt heute der Pressesprecher höchst persönlich am Ende der Pressekonferenz: „Jogi, erzähl‘ selbst, wie war dein Telefonat mit Michael Ballack?“ Dann erzählt Jogi weisungsgemäß, wie er mit Michael gesprochen hat und dass er sich ja wahnsinnig freue, dass er ihn zu seinem Abschiedsspiel eingeladen habe und dass man sich sicherlich vorher noch mal auf einen Kaffee treffen werde, um über die Dinge zu sprechen, die vielleicht noch im Raum stehen könnten. Dann die wahnsinnig hartnäckige Nachfrage eines Journalisten: „Sie haben gesagt, Sie freuen sich – gehen Sie auch hin?“ Ein genuscheltes „ja“ oder war es nur geschwäbelt? Schön, dass der Bundestrainer auch nur ein Mensch ist, der um so stärker in seinen Dialekt verfällt, je unangenehmer ihm das Thema ist. Ganz schwer fällt ihm das Sprechen, wenn das Thema entweder doof, langweilig oder beides zugleich ist, dann gerät der Redefluss auch mal ins Stocken.

Jogi

Und der Redefluss ist wirklich beeindruckend. Erstaunlich, wie man es schafft, auf recht belanglose Fragen minutenlang zu antworten. So zieht sich die Pressekonferenz zum Kader für die Spiele gegen Kasachstan (22. Und 26. März) fast eine Stunde hin. Über jeden Spieler einzeln wolle man nicht sprechen, also wird dank eines mehrfach das selbe fragenden Kollegens um so länger über einen gesprochen, der nicht im Kader ist: Kießling. Langatmige, sich wiederholende Erklärungen des Trainers erlaube ich mir an dieser Stelle auf einen Punkt zu verkürzen: „wir geben jüngeren Spielern eine Chance“ will meinen, wir haben es mit Kießling probiert aber eigentlich ist er mit Blick auf 2014 zu alt, da gibt’s besseren Nachwuchs. Den hat der Jogi im Blick und mein Eintrachtherz schlägt kurz schneller, als er auf unseren Torwart Kevin Trapp zu sprechen kommt, dem die Frankfurter seiner Meinung nach ihren Tabellenplatz zu einem großen Teil zu verdanken haben. Will sagen, auch hinter den Nominierten stehen einige Talente Schlange. Für Kasachstan hat er Neuer, Adler und Zieler nominiert. Auf Nachfrage rückt er ein kurzes Bedauern zu Tim Wieses Post-Nationalelf-Werdegang heraus.

Mein Lieblingszitat des Tages aber ist: „Wir müssen den Ball flach halten“ als Antwort darauf, wie man mit dem Thema Kunstrasen umgehe. Ach ja, und Kasachstan ist natürlich in den letzten zwei Jahren besser geworden, spiele kompakter etc. pp.

Schweinsteiger kickt wieder mit und mit dem Podolski hat Jogi gestern Abend auch noch telefoniert, der glaubt, auch schnell wieder fit zu sein, nachdem er gestern für Arsenal nicht im Einsatz war. Summasummarum, ein Plauderstündchen, das vergeht, ohne dass einer der Journalisten die – nach Meinung des Pressesprechers – sich geradezu aufdrängende Frage nach Herrn Ballack stellt. Aber zum Glück gibt es ja ordentliche Öffentlichkeitsarbeiter, die die sich trauen, die wirklich relevanten Fragen zu formulieren.

Und jetzt noch der Serviceteil meines heutigen Beitrags für all die unter euch, die auch immer nicht genau wissen, wer welche Rückennummer trägt:

Trikot Name Geburtstag Verein Spiele Tore
Tor
12 René Adler 15.01.1985 Hamburger SV 11
1 Manuel Neuer 27.03.1986 FC Bayern München 36
22 Ron-Robert Zieler 12.02.1989 Hannover 96 2
Abwehr
20 Jérome Boateng 03.09.1988 FC Bayern München 28
4 Benedikt Höwedes 29.02.1988 FC Schalke 04 11 1
16 Philipp Lahm 11.11.1983 FC Bayern München 96 5
17 Per Mertesacker 29.09.1984 FC Arsenal 86 2
3 Marcel Schmelzer 22.01.1988 Borussia Dortmund 9
5 Heiko Westermann 14.08.1983 Hamburger SV 24 3
Mittelfeld
15 Lars Bender 27.04.1989 Bayer 04 Leverkusen 12 1
2 Sven Bender 27.04.1989 Borussia Dortmund 3
11 Julian Draxler 20.09.1993 FC Schalke 04 3
19 Mario Götze 03.06.1992 Borussia Dortmund 20 3
14 Ilkay Gündogan 24.10.1990 Borussia Dortmund 5
6 Sami Khedira 04.04.1987 Real Madrid 37 3
18 Toni Kroos 04.01.1990 FC Bayern München 35 4
13 Thomas Müller 13.09.1989 FC Bayern München 39 11
8 Mesut Özil 15.10.1988 Real Madrid 44 14
10 Lukas Podolski 04.06.1985 FC Arsenal 107 44
21 Marco Reus 31.05.1989 Borussia Dortmund 14 5
9 André Schürrle 06.11.1990 Bayer 04 Leverkusen 21 7
7 Bastian Schweinsteiger 01.08.1984 FC Bayern München 97 23
Angriff
23 Mario Gomez 10.07.1985 FC Bayern München 58 25

© DFB 14.03.2013 / rs

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